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Nebenwirkungen

Hier finden Sie Fachinformationen über >>>  Wirkungen und Nebenwirkungen von  Cafergot®, Almogran®, Maxalt®,  AscoTop®, Naramig®, Relpax®, Allegro®, und Imigran®  . Nutzungsbedingungen akzeptieren und dann den Medikamenten Namen eingeben. 

Vergleicht man die Fachinformationen von Triptanen (Imigran®) mit denen des Ergotamins (Cafergot N®), so stellt man fest, daß Triptane sicherlich nicht weniger Risiken haben als  Ergotamin. Dem Ergotamin wird immer wieder vorgehalten, es könne bei  hoher Dosis über längere Zeit eingenommen zu schwer therapierbaren Dauerkopfschmerzen führen. Außerdem könne es bei langfristiger Einnahme einer zu hohen Dosis Ergotamin zu gefährlichen  Gefäßverengungen kommen (Ergotismus) oder  zu Enddarmgeschwüren. 

 

Hierzu möchte ich folgendes bemerken:

 
1. Alle Medikamente können bei Fehldosierung und Fehlanwendung  Nebenwirkungen bis zum Tod haben. Wesentlich ist also, ob  auch bei korrekter Anwendung des Medikamentes mit gefährlichen Risiken gerechnet werden muss!  

 

2. Auch die Triptane können bei zu häufiger Anwendung und zu hoher Dosis zu  einem "Medikamenten induzierten Kopfschmerz" (MIKS)  und anderen Problemen führen.

>>>  Zitat: "Typischerweise entwickeln Patienten mit Analgetikamissbrauch einen MIKS vom Spannungstyp, Patienten mit Triptanmissbrauch dagegen einen täglichen migräneartigen Dauerkopfschmerz oder eine deutliche Zunahme der Migräneattackenfrequenz. Die durchschnittliche kritische Einnahmedauer zur Ausbildung eines MIKS ist am kürzesten für die Triptane (1,7 Jahre), länger für Ergotamine (2,7 Jahre)"

Ein >>>  Warnhinweis bezüglich Sumatriptan im Deutschen Ärzteblattes vom 24.11. 2006  weist auf das nicht unerhebliche Risiko von Hirnfunktionsstörungen nach der Einnahme von Triptanen hin.

Bei korrekter Dosierung und Handhabung ist Ergotamin ein sicheres und teils den Triptanen überlegenes Medikament.  

Zitat: aus  >>>  Curr Headache Report, 2003 Feb; 7(1): 55-62

The ergot alkaloids were the first specific antimigraine therapy available. However, with the advent of the triptans, their use in the treatment of migraine has declined and their role has become less clear. This review discusses the pharmacology, efficacy, and safety of the ergots. In randomized clinical trials, oral ergotamine was found to be superior to placebo, but inferior to 100 mg of oral sumatriptan. In contrast, rectal ergotamine was found to have higher efficacy (73% headache relief) than rectal sumatriptan (63% headache relief). Intranasal dihydroergotamine was found to be superior to placebo, but less effective than subcutaneous and intranasal sumatriptan. Ergotamine is still widely used in some countries for the treatment of severe migraine attacks. It is generally regarded as a safe and useful drug if prescribed for infrequent use, in the correct dose, and in the absence of contraindications; however, safer and more effective options do exist in the triptans. In patients with status migrainous and patients with frequent headache recurrence, ergotamine is still probably useful. 

 

3. Besonders in Deutschland wurden den Patienten über lange Jahrzehnte hinweg ausschließlich Ergotamin Tabletten  in fester Kombination mit weiteren Schmerz und Schlafmitteln  verordnet. Man weiß, dass häufig gerade diese Schmerzmittelzusätze bei Missbrauch die geschilderten Dauerkopfschmerzen hervorrufen können. Eine Dauerkopfschmerz Auslösung ist durch jedes Migräne oder Kopfschmerzmittel (also auch  durch Triptane) möglich , wenn es zu häufig (also öfter als 8 mal pro Monat) angewandt wird.

Die Tatsache, dass Ergotamin als Tablette schlecht wirkt, ist seit Jahren bekannt. Dennoch testen die meisten Medikamentenstudien m. E. bewusst Ergotamin als Tablette gegen Triptan, und stellen dann die mangelnde Wirkung von Ergotamin fest. Dieses Vorgehen ist aber genauso blödsinnig, wie der Versuch, Patienten Insulin als Tablette statt als Spritze zu verabreichen.  Weil Insulin ausschließlich als  Spritze wirkt, würde es als Tablette gegeben immer fälschlich als unwirksam bewertet. Ein fairer Vergleich der Wirksamkeit von Triptane und  Ergotamin muss  mit Ergotamin Zäpfchen oder der wässrigen Ergotamin Schwemmlösung rektal durchgeführt werden.

Hierauf weist eine Studie schon  1991 hin: >>> Zitat: Clin Pharmacokine. 1991 Jul;21(1):11-26   

For a number of drugs the extent of rectal absorption has been reported to exceed oral values ... This phenomenon has been reported for ...   ergotamine ...      and others.

 
4. Allgemein wissenschaftlich ist belegt, dass ein Verbrauch von weniger als 20 mg Ergotamin pro Monat in aller Regel keine medizinischen Probleme macht (also weder Dauerkopfschmerz noch Ergotismus), wenn man weniger als 8 Anwendungen im Monat hat.  

Die von mir angegebene Höchstdosis von 3 mg Ergotamin pro Monat bzw. 1 mg pro Woche beträgt nur ein Sechstel des als unbedenklich anerkannten Wertes. Drei Milligramm Ergotamin ermöglichen nach meinen Erfahrungen bereits die Behandlung von bis zu sechs Migräneanfällen pro Monat bei der von mir als wirksam erkannten Anfallsdosierung von einem halben Milligramm, wenn diese dem Körper  in Form einer Rektiole zugeführt werden.  

Ein Patient, der  drei Migräneanfälle pro Monat nach meiner Methode behandelt, würde somit nur 1,5 mg pro Monat, also weniger als ein Zehntel der als unbedenklich geltenden  Dosis verbrauchen.  

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Ergotamin als Tablette  -über den Mund aufgenommen -  schlecht und nur in hoher Dosis hilft. Deshalb nahmen verzweifelte Patienten oft mehr, als verordnet war und verbrauchten teils über 80mg Ergotamin im Monat kombiniert mit Schmerzmitteln und Schlafmittelzusatz.  

 

5. Enddarm Entzündungen und Geschwüre  

Der erste publizierte Fall von Enddarm Entzündung nach Ergotamin Mißbrauch mit dem Namen Ergotismus gangränosus  erschien 1980, Autoren waren >>>  Grußendorf und Wienert. Diese Arztkollegen waren 1980 meine Oberärzte während meiner Facharzt Ausbildung an der RWTH Aachen. Der Fall ist mir  persönlich bekannt. Bei diesem und allen weiteren Fällen hatten sich die betroffenen Patienten extrem häufig, langfristig, überdosiert und unkontrolliert mit Ergotamin behandelt, einige  verbrauchten  mehr als 80 mg Ergotamin pro Monat . Die Folgen dieser Art von Missbrauch kann nicht ernsthaft als sachliches Argument gegen meine niedrig dosierte Ergotamin Therapie verwandt werden.

Die Arbeit von Jost aus dem Jahre 1999 belegt, dass bei bestimmungsgemäßen Gebrauch von Ergotamin keine analen Probleme auftreten.

 

>>>  Zitat aus Wolfgang H. Jost, Ergotamine-induced rectal lesions: Prospective study on frequency in asymptomatic patients , Coloproktology, 01/09 ; 255-8  

Prospektive Untersuchung zur Häufigkeit bei asymptomatischen Patienten  

"Wir untersuchten ...  prospektiv 60 Patienten (49 Frauen und elf Männer; Durchschnittsalter 43,7 Jahre), die wegen einer Migräne Ergotamin Zäpfchen über einen längeren Zeitraum (durchschnittlich 7,2±4,7 Jahre) einführten. Schwerwiegende Ulzerationen fanden sich nicht. In vier Fällen zeigte sich eine lokale Minderdurchblutung, bei acht Patienten fanden sich Hinweise auf eine vermehrte Durchblutung der Rektumvorderwand, in drei Fällen hiervon sowie bei einem weiteren Patienten lokale Hyperämien mit kleiner Blutung. Unseres Erachtens ist ein anorektaler Ergotismus eine mögliche, wenn auch seltene Folge bei Ergotamin Zäpfchen Missbrauch"


Die Arbeit von Eckhardt belegt, dass die Ursache von Geschwüren am After eine Folge von Überdosierung ist. Die Geschwüre konnten jeweils gut und kurzfristig und vollständig zur Abheilung gebracht werden.

>>>  Zitat aus Eckardt, Kanzler, Remmele  , Anorectal Ergotism: Another Cause of Solitary Rectal Ulcers, Gastroenterology 1986;91: 1123-7 

"In each case the weekly number of suppositories applied far exceeded the recommended maximal dose. All patients had taken ergotamine preparations for years, but usually increased the dosage during the week before the  occurrence of symptoms.”

 

 




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